Saturday, January 13, 2007

BK34 (Finanzierung 2)

Folie 1
Finanzierungsmöglichkeiten

Folie 2
Überblick über die Finanzierungsarten


Finanzierung
1. Aussenfinanzierung
- Kreditfinazierung
- Beteiligungsfinanzierung
2. Innenfinanzierung
- Selbstfinanzierung
- Finanzierung aus freigesetztem Kapital

Folie 3
Beteiligungsfinanzierung/ Kreditfinanzierung I

1. Beteiligungsfinanzierung = Erhöhung des Eigenkapitals/ Bisherige Teilhaber werden aufgefordert weiteres Geld einzuschiessen (z.B. durch Erhöhung des Aktienkapitals)
2. Kreditfinanzierung = Aufnahmen von Fremdkapital bei Banken
- Kreditlaufzeiten:
a.) Kurzfristig (bis 3 Monate)
b.) Mittelfristig (3 Monate bis 1 Jahr)
c.) Langfristig (über 1 Jahr Laufzeit)

Folie 4
Kreditfinanzierung II

Vor Kreditgewährung wird Bonität geprüft, u.a. anhand folgender Angaben:
- Rechtform/ Haftungsverhältnisse
- Rechnungswesen
- Management
- Zahlungsmoral
- Zukunftsaussichten des Unternehmens
- Sicherheiten der Inhaber
- Versicherungen

Folie 5
Kreditfinanzierung III

Kreditformen:
1.Kurzfristig (1 - 3 Monate):
- Lieferantenkredit
- Zessionskredit
2. Mittelfristig (3 - 12 Monate)
- Kontokorrentkredit
- Bürgschaftskredit
- Lombardkredit
- Darlehen
Langfristig (über 12 Monate Laufzeit):
- Langfristiges Darlehen
- Hypothek

Folie 6
Innenfinanzierung (Selbstfinanzierung)

1. Selbstfinanzierung
- Finanzierung durch Zurückbehalten von Gewinnen
- V.a. bei Kleindetaillisten, die nur schwer an Kredite kommen
- Kann freiwillig erfolgen, z.T. aber auch gesetzlich vorgeschrieben (v.a. bei AG)
- Reserven entweder in der Bilanz ausgewiesen oder sind aus der Bilanz nicht ersichtlich (sog. stille Reserven)
2. Innenfinanzierung (Freisetzung von Kapital)
- Kapitalfreisetzung möglich durch:
a.) Verkauf von Anlagevermögen (ungeeignet für kurzfristige Finanzierung)
b.) Erhöhung des Lagerumschlages (z.B. durch Senken des durchschnittlichen Lagerbestandes)
c.) Straffere Debitorenbewirtschaftung durch Verkürzen des Debitorenziels (d.h. Verkürzen der Zahlungsfristen)

Folie 7
Kapitalbedarf

- Kriterien zur Ermittlung des Kapitalsbedarfs:
1. Branche
2. Betriebsgrösse
3. Umlaufschlagshäufigkeit der Waren
4. Eigene Kreditgewährung
5. Lieferantenkredite

Folie 8
Grundsätze der Finanzierung

- Merke: Es ist jene Finanzierungsart zu wählen, die insgesamt die niedrigsten Kosten verursacht.
- Merke: Zuerst sollten immer die Mittel der Innenfinanzierung ausgeschöpft werden: Unabhängigkeit/ Erhöhte Bonität/ Krisenfestigkeit
- Merke: Das Eigenkapital soll immer mindestens so hoch sein wie das Anlagevermögen

Folie 9
Finanzierungsähnliche Vorgänge

1. Leasing:
D.h. gewisse Sachanlagen (z.B. Geschäftsautos) werden nicht gekauft sondern auf eine fixe Dauer geleast.
2. Factoring:
Sog. Factorgesellschaften kaufen offene Debitorenforderungen auf und bevorschussen die Bezahlung
Factorgesellschaften übernehmen Mahnwesen und Delkredererisiko

Folie 10

That‘s all folks!

© KR 94 icw. KI, 20/8/2004 - 8/12/2006

BK33 (Finanzierung 1)

Folie 1
Finanzierung

- Allgemein
- Bilanz
- Kennzahlen

Folie 2
Finanzierung (allgemein)

- Fragestellung bei der Finanzierung: Wie und woher beschafft man das Kapital, das zur Führung des Betriebes notwendig ist?
- Finanzierung = Geldbeschaffung
- Finanzielle Mittel = Bar- /Buchgeld
- Ziele der Finanzierung:
1. Gewinnerzielung mit dem beschafften Kapital
2. Erhaltung des finanziellen Gleichgewichts einer Unternehmung = Eine Unternehmung soll jederzeit liquid sein/Verluste sollen mit Eigenkapital aufgefangen werden können

Merke: Insbesondere die Erhaltung der Liquidität ist von einer enormen Bedeutung. Ein Unternehmen untersteht fast immer der Betreibung auf Konkurs, d.h. fehlende Liquidität und daraus resultierende Betreibungen seitens der Gläubiger führen zum wirtschaftlichen Untergang......

Folie 3
Bilanz (allgemein)

- Verwendung des beschafften Kapitals = Investierung
- Investierung aus der Bilanz zu entnehmen
- Gliederung einer Bilanz:
1. Wohin floss das (Linke Bilsanzseite = Investierung = Aktiven)?
- Anlagevermögen
- Umlaufvermögen
2. Woher kam das Kapital (Rechte Bilanzseite = Finanzierung = Passiven)
- Fremdkapital
- Umlaufkapital

Folie 4
Aktivseite der Bilanz I

- Aktiven = Vermögen des Unternehmens, welches mit Gütern und Dienstleistungen erwirtschaftet wird und in einer Unternehmung steckt
- Aufgegliedert in:
1. Umlaufvermögen
2. Anlagevermögen

Folie 5
Aktivseite der Bilanz II
- Umlaufvermögen = Vermögensteile, die während eines Geschäftsjahres zum grössten Teil verbraucht werden bzw. zu Geld gemacht werden können
- Zum Umlaufvermögen gehören:
1. Bargeldguthaben
2. Buchgeld auf Bank- und Postkonten
3. Debitoren
4. Warenlager

Folie 6
Aktivseite der Bilanz III

- Wie hoch ist der Bedarf an Umlaufkapital in einem Betrieb?
- Abhängig von Faktoren wie Betriebsgrösse/ Branche/ Kapitalbindungsdauer (Dauer zwischen Ankauf und Verkauf eines Produktes)
- Umlaufvermögen sollte mit kurzfristigen Fremdkapital finanziert werden.
- Formel: Kosten je Betriebstag mal durchschnittliche Kapitalbindungsdauer = Umlaufkapitalbedarf

Folie 7
Aktivseite der Bilanz IV

- Anlagevermögen = Vermögensteile, die während einer langen Dauer unverändert gebraucht werden
- Zum Anlagevermögen zählen:
1. Liegenschaften
2. Maschinen
3. Einrichtungen
4. Fahrzeuge
5. Rechte/ Patente/ Lizenzen
- Sollte durch langfristiges Kapital finanziert werden
- Bedarf richtet sich nach Anschaffungs- und Betriebskosten

Folie 8
Aktiven und Detailhandel

- Tendenz: Im Detailhandel nimmt der Kapitalbedarf zu.
- Gründe:
1. Konkurrenzdruck zwingt z.B. zu Ladenumgestaltungen (Bsp. „New Denner“/ Neues Layout bei „Coop“)
2. Zunahme der Ladenfläche führt zu höheren Raumkosten (z.B. für Miete)
3. Sortimentserweiterungen = Höherer Kapitalbedarf beim Wareneinkauf

Folie 9
Passivseite der Bilanz I

- Passiven = Ansprüche der Gläubiger (Geldgeber) eines Unternehmens gegen ebendieses
- Gegliedert in:
1. Fremdkapital
2. Eigenkapital

Folie 10
Passivseite der Bilanz II

- Fremdkapital = Ansprüche der Gläubiger, die ausserhalb des Unternehmens stehen.
- Fremdkapital muss nach einer bestimmten Nutzungsdauer zurückbezahlt werden
- Unter Fremdkapital fallen
1. Darlehensschulden
2. Bankschulden
3. Kreditoren
4. Hypotheken

Folie 11
Passivseite der Bilanz III

- Eigenkapital = Restanspruch der Eigentümers an die Unternehmung
- Berechnung: Aktiven - Fremdkapital
- Steht zeitlich unbegrenzt zur Verfügung
- Abgeltung der Nutzung erfolgt via Gewinnbeteiligung

Folie 12
Kennzahlen I

- Kennzahlen dienen der Kontrolle der Finanzen eines Unternehmens.
- Anhand von Kennzahlen lässt sich insbesondere eine allfällige finanzielle Schieflage erkennen und bekämpfen.
- Kennzahlen liefern Aussagen über:
1. Rendite
2. Liquidität
3. Kapitalstruktur
4. Deckung der Anlagen

Folien 13 - 16

- Die Formeln der einzelnen Kennzahlen und die jeweils optimalen Werte entnehmen Sie bitte den S. 72 und 73 oben. Deren eingehende Darstellung würde den Rahmen der hier zur Verfügung stehenden graphischen Darstellungsmöglichkeiten sprengen :)

BK32 (Unternehmensleitung/- organisation 5)

Folie 1
Weitere Führungsinstrumente

- Stellenbeschreibung
- Funktionendiagramm
- Führungsstile
- Statistik
- Budget
- Mitarbeitergespräch
- Informationskonzept

Folie 2
Stellenbeschreibung (allgemein)

- Stellenbeschreibung: Auch Pflichtenheft genannt
- Verbindliche, in einheitlicher Form abgefasste Beschreibung der Arbeitsstelle
- Ziel: Einordnung der Stelle in die Organisation unter Beschreibung der Leistungs- und Führungsanforderungen der entsprechenden Stelle zwecks Verhinderung von Missverständnissen und Kompetenzstreitigkeiten
- Nicht zu verwechseln mit dem eigentlichen Arbeitsvertrag

Folie 3
Stellenbeschreibung (Inhalt)

In eine Stellenbeschreibung gehören:
- Bezeichnung der Stelle
- Stelleninhaber/in
- Direkte Vorgesetzte und Untergebene
- Stellvertretung
- Stellenziel
- Haupt- und Sonderaufgaben
- Zusammenarbeit mit anderen Stellen
- Richtlinien und Vorschriften
- Verantwortlichkeiten und Kompetenzen
- Leistungsanforderungen

Folie 4
Funktionendiagramm

- Beinhaltet alle anfallenden Aufgaben innerhalb einer Unternehmung
- Zuordnung der Aufgaben an die Mitarbeiter und gleichzeitige Zuordnung der Führungsaufgabe/n (P = Planen/ E = Entscheiden/ A = Anordnen/ K = Kontrollieren
- Wird in einem Raster, sog. Funktionendiagramm festgehalten

Folie 5
Führungsstile (allgemein)

- Führungsstil = Art und Weise, in der eine Entscheidungsstelle die Mitarbeiter zu einem zielorientierten Verhalten veranlasst, sprich Weisungen und Anordnungen erteilt
- Drei (klassische) Arten von Führungsstilen:
1. Autoritärer Führungsstil
2. Demokratischer Führungsstil
3. Laisser - faire Führungsstil
- Praxis: Meist Mischform aus allen drei Führungsstilen, sog. situative Führung

Folie 6
Autoritärer Führungsstil

1. Merkmale:
- Der Chef befiehlt und entscheidet
- Aufgaben werden befohlen
- Strikter Gehorsam wird erwartet
- Genaue Überwachung der Mitarbeiter
2. Auswirkungen:
- Wenig Eigeninitiative bei den Mitarbeitern
- Schlechte Motivation bei den Mitarbeitern
- Mitarbeiterzufriedenheit nimmt ab
- Angst seitens der Mitarbeiter
3. Verbreitung: Höchstens noch in Kleinbetrieben anzutreffen (sog. „Patron“)

Folie 7
Demokratischer Führungsstil

1. Merkmale:
Ziele werden diskutiert
- Entscheide werden demokratisch gefällt
- Mitarbeiter weitgehend selbstverantwortlich, Chef greift nur im Ausnahmefall ein
- Mitarbeiter werden regelmässig qualifiziert
2. Auswirkungen:
- Förderung der Eigeninitiative der Mitarbeiter
- Arbeitsfreude wird gestärkt
- Bessere Motivation
- Gegenseitiger Respekt Chef zu Mitarbeiter
3. Verbreitung: Heute der am weitesten verbreitete Führungsstil

Folie 8
Laisser faire - Führungsstil

1. Merkmale
- Keinerlei Ziele
- Mitarbeiter entscheiden wie es ihnen gerade gefällt
- Jeder macht gerade, was ihm gefällt
- Leistungswille je nach Lust und Laune
- Keine Kontrolle und dgl. der Mitarbeiter
2. Auswirkungen:
- Minimalleistungen üblich
- Grosse Verunsicherung
- Voreilige, schlecht durchdachte Entscheide
- Niemand übernimmt die unangenehmen Aufgaben
3. Verbreitung: Kaum verbreiteter Führungsstil

Folie 9
Andere Führungstechniken

- Management by objectives:
Führung einzig durch Setzen von Ziele.
- Management by delegation:
Die Verantwortungen und Kompetenzen werden so weit wie möglich delegiert.
- Management by exception:
Ziele werden von oben vorgegeben und Kompetenzen delegiert, eingegriffen wird dann, wenn Ist und Soll stark voneinander abweichen

Folie 10
Statistik (allgemein)

1. Aufgaben der Statistik sind:
- Aufzeichnen aller wichtigen Vorkommnisse im Betrieb
- Übersichtliche Darstellung, v.a. auch zahlenmässig
- Vergleiche mit früheren Jahren und/oder anderen Betrieben
2. Quellen für die Statistik:
- Buchhaltung
- Personalwesen
- Befragungen
- Externe Quellen (z.B. Bundesämter)

Folie 11
Statistik (Darstellungsarten)

Möglichkeiten der Darstellung sind:
- Tabellen
- Kurvendiagramme
- Balken- oder Stabdiagramme
- Kreisdiagramme

Folie 12
Budget/ Mitarbeitergespräche

1. Budget:
- Annahmen über künftige Umsätze und Kosten und deren Auswirkungen
- Sehr wichtiges Führungsinstrument, v.a. für verbindliche zahlenmässige Zielvorgaben
2. Mitarbeitergespräche:
- Mitarbeiter müssen regelmässig qualifiziert werden, müssen aber auch Anregungen machen und Kritik anbringen können
- Merke: Je motivierter die Mitarbeiter, desto besser die Leistungen, desto kleiner die Fluktuation und die damit verbundenen Kosten

Folie 13
Informationskonzept
- Konzept zeigt den Informationsfluss auf bzw. wer wo wie welche Informationen beziehen kann bzw. liefern muss
- Unterscheidung zwischen Musswissen und Kannwissen
- Informationskonzept entweder nach dem Bringprinzip, d.h. sie werden gebracht oder nach dem Holprinzip, d.h. sie müssen selber beschafft werden

BK31 (Unternehmensleitung/- organisation 4)

Folie 1
Hierarchie in einer Unternehmung
- Breiten- und Tiefengliederung
- Möglichkeiten der Gliederung

Folie 2
Allgemein

- Stelle = Kleinste Einheit einer Unternehmung/ Aufgaben, die von einzelnen Personen erledigt werden
- Stellen müssen in Hierarchiestufen gegliedert werden, z.B. in Rayons/ Abteilungen usw.
- Hierarchiestufen übernehmen Führungsaufgaben, betreuen Mitarbeiter usw.
- Anzahl betreuter Mitarbeiter, Bereiche usw. pro Hierarchiestufe = Kontrollspanne

Folie 3
Breitengliederung

- Grosse Kontrollspanne = Breitengliederung, d.h. viele Bereiche, Mitarbeiter sind der gleichen Hierarchiestufe unterstellt
- Immer sinnvoll bei gleichartigen Aufgaben der unterstellten Einheiten
- Vorteile der Breitengliederung:
1. Direkte Führung
2. Einheitliche Betreuung
3. Kurze Informationswege
4. Schnelle Übermittlung

Folie 4
Tiefengliederung

- Kleine Kontrollspanne = Tiefengliederung, d.h. wenig Bereiche, Mitarbeiter sind der gleichen Hierarchiestufe unterstellt
- Immer sinnvoll bei verschiedenartigen und komplexen Arbeiten der Unterstellten
- Vorteile der Tiefengliederung
1. Kleinere zeitliche Belastung durch Führungsaufgaben
2. Konzentration aufs Wesentliche

Folie 5
Organigramm (Arten)

1. Verschiedene Möglichkeiten zur Gliederung. Am gängigsten sind:
- Gliederung nach Funktionen
- Gliederung nach Märkten
- Gliederung nach Produkten
2. Spartenorganisation meist mit der Schaffung sog. zentraler Dienste verbunden (z.B. Rechnungswesen)

Folie 6
Gliederung nach Funktionen/ Märkten

1. Gliederung nach Funktionen:
- Unterhalb der Unternehmensleitung z.B. Gliederung in Einkauf, Verkauf, Lagerung, Verwaltung usw.
2. Gliederung nach Märkten:
- Unterhalb der Unternehmensleitung z.B. Gliederung nach der Geographie der Märkte (z.B. bei „Migros“ der Fall)

Folie 7
Gliederung nach Produkten I

- Gliederung unterhalb der Unternehmensleitung nach Produkten/ Produktegruppen, z.B. Sparten Food/ Non Food usw.
- Schaffung von zentralen Diensten als Stabstelle (z.B. Stabstelle Informatik), die die einzelnen Sparten (auch Divisionen/ Departemente genannt) entlasten

Folie 8
Gliederung nach Produkten II

Unterschiedliche Formen der Spartenorganisation, je nach delegierten Kompetenzen
Formen:
1. „Cost Center“- Organisation
2. „Profit Center“- Organisation
3. „Investment Center“- Organisation

Folie 9
Gliederung nach Produkten III

1. „Cost Center“- Organisation = Divisionen sind für Kosten verantwortlich
Möglichkeiten:
- Einhalten eines Budgets unter Maximierung des Umsatzes
- Erreichen eines bestimmten Umsatzes mit einem Minimum an Kosten

Folie 10
Gliederung nach Produkte IV

2. „Profit Center“- Organisation:
- Divisionen sind für den Gewinn verantwortlich
- Meist Minimalgewinn vorgegeben
3. „Investment Center“- Organisation:
- Divisionen sind für Gewinn und Investitionen verantwortlich

BK30 (Unternehmensleitung/- organisation 3)

Folie 1
Führungsebenen/ Organisation

Folie 2
Aufbau- und Ablauforganisation

- Aufbauorganisation = Aufteilung der Arbeit auf die Mitarbeiter und Führungsebenen: Wer macht was, wie, wann und wo?/
DH: Aufteilung der Mitarbeiter z.B. auf die Teilgebiete Warenbeschaffung/ Warenlagerung/ Warenverkauf/ Verwaltung
- Ablauforganisation = Regelung der Reihenfolge der anfallenden Arbeit: In welcher Reihenfolge wird die anfallende Arbeit wahrgenommen?/ DH: Welchen Ablauf der Arbeitsschritte ist innerhalb der einzelnen Teilgebiete (z.B. Warenbeschaffung) vorgesehen

Folie 3
Führungsebenen

Führungsebenen von oben nach unten:
1. Oberes Kader (Top Management)
2. Mittleres Kader (Middle Management)
3. Unteres Kader (Lower Management)
4. Mitarbeiter/innen

Folie 4
Top Management

1. Leitende Personen:
- Eigentümer
- Direktoren
- Verwaltungsräte
- usw.
2. Führungskompetenzen:
- Setzen von Unternehmenszielen
- Langfristige Gesamtplanung
- Organisation
- Kontrolle
- Repräsentation der Firma
- usw.

Folie 5
Middle Management

1. Leitende Personen:
- Bereichleiter
- Abteilungsleiter
- Prokuristen
- Verkaufschef
- Einkaufschef
- usw.
2. Führungskompetenzen:
- Setzten von Zwischenzielen
- Mittelfristige Planung
- Kontrolle des unteren Kaders
- Rechenschaftsablage gegenüber oberem Kader
- usw.

Folie 6
Lower Management

1. Leitende Personen:
- Lagerleiter
- Gruppenleiter
- Handlungsbevoll-mächtigte
- usw.
2. Führungskompetenzen:
- Setzen von Teilzielen
- Kurzfristige Einsatz- und Ablaufplanung
- Organisation und Kontrolle der Arbeit
- Gewisse Repräsentations-pflichten
- usw.

Folie 7
Organisations- und Führungsinstrumente

- Organisations- und Führungsinstrumente = Hilfsmittel, die bei den Leitungsaufgaben einer Unternehmung zu Rate gezogen werden.
- Im Einzelnen können dies sein:
1. Organigramm
2. Stellenbeschreibung
3. Funktionendiagramm
4. Führungsstil
5. Statistik
6. Budget
7. Informationskonzept
8. Mitarbeiterorganisation

Folie 8
Organisationsstruktur

- Wichtig: Eine klare Organisation und eine klare Hierarchie ist für jede Unternehmung lebensnotwendig.
- Fragestellung: Wer ist wem unterstellt, wie laufen die Befehle (Befehlsweg), die Information (Informationsweg) und dgl.
- Drei Konzepte:
1. Einliniensystem
2. Stabliniensystem
3. Mehrliniensystem (Matrix)

Folie 9
Einliniensystem I (allgemein)

- Einliniensystem = Jede Linienstelle ist nur einem Vorgesetzten gegenüber verantwortlich, d.h. jede untergeordnete Stelle ist nur über eine Linie mit der übergeordneten Stelle verbunden : Klarer Dienst- und Befehlsweg
- Linienstelle = Stelle, die gegen unten Befehlsgewalt hat, gleichzeitig aber auch Befehle von oben auszuführen hat.

Folie 10
Einliniensystem II (Bsp.)

- Graphische Darstellung à la Buch S. 55 oben

Folie 11
Einliniensystem III (Vor- und Nachteile)

1. Vorteile:
- Klarer Dienst- und Befehlsweg
- Gute Überblickbarkeit
- Sehr flexible (Kann gut an wechselnde Verhältnisse angepasst werden)
2. Nachteil:
- Gefahr der Überlastung der einzelnen Linienstellen

Folie 12
Stabliniensystem I (allgemein)

- Stabliniensystem = Einliniensystem, das durch sog. Stabstellen ergänzt wird.
- Stabstelle = Stelle ohne Befehlskompetenzen, die die Linienstellen beraten und unterstützen und Entscheide vorbereiten/ Können an alle Linienstellen herantreten.

Folie 13
Stablinienstelle II (Bsp.)

- Graphische Darstellung à la Buch S. 55 unten

Folie 14
Stabliniensystem III (Vor- und Nachteile

1. Vorteile:
- Eindeutiger Befehlsweg bleibt erhalten
- Entlastung der Linienstellen
2. Nachteile:
- Stabstellen sind mit grossem Fachwissen ausgestattet: Können zwar keine Befehle erteilen, aber Entscheide erheblich beeinflussen (Stabstelle als og. "Graue Eminenzen")
- Höherer Koordinationsaufwand

Folie 15
Mehrliniensystem I (allgemein)

- Mehrliniensystem = Linienstelle bekommt von mehreren vorgesetzten Stellen Weisungen.
- Häufig, wenn sog. Fachstellen geschaffen werden, ohne deren Fachwissen eine andere Linienstelle nicht entscheiden kann.
- Quasi Mix aus Einlinien- und Stabliniensystem

Folie 16
Mehrliniensystem II (Bsp.)

- Graphische Darstellung ä la Buch S. 56 oben

Folie 17
Mehrliniensystem III (Vor- und Nachteile)

1. Vorteile:
- Spezialisierung
- Kürzerer Kommunikations- und Befehlswege
- Flexibel
- Entlastung der Linienstellen
2. Nachteile:
- Konfliktanfällig
- Evtl. Probleme bei der Kompetenzabgrenzung („Wer ist jetzt eigentlich dafür verantwortlich!“)

Folie 19
Organigramm I

- Organigramm = Graphische Darstellung der Hierarchie einer Unternehmung, aus der sich herauslesen lässt, wer für welche Aufgaben zuständig ist, und wer wem unter- und übergeordnet ist.

Folie 20
Organigramm II

- Aus dem Organigramm lässt sich entnehmen:
1. Die Eingliederung einer Stelle in die Unternehmung
2. Die Art der Stelle (Linienstelle/ Stab usw.)
3. Der Dienstweg
4. Die Beziehung zwischen den Stellen
5. Die Zusammensetzung einer Abteilung
6. Die Stellenbezeichnung

BK29 (Unternehmensleitung/- organisation 2)

Folie 1
Führung

- PEAK- Methode Teil 2
- Willensdurchsetzung: A= Anordnen / K = Kontrollieren

Folie 2
PEAK (A= Anordnen I )

- Anordnung der ausgearbeiteten und entschiedenen Massnahmen
- Durchführung = 1:1 - Umsetzung der Massnahmen in der Praxis
- Damit Anordnungen auch wirklich wirksam sind und zu den gewünschten Ergebnis führen müssen sie:
1. eindeutig
2. vollständig
3. angemessen
4. begründbar sein

Folie 3
PEAK (A= Anordnen II)

„Denner“- Beispiel:
- Anordnung: Betreffende Leute, z.B. Mitarbeiter Ladenausstattung, informieren und mit Durchführung beauftragen
Mittel zur Verfügung stellen, genauer Zeitplan ausarbeiten, Lieferant für Lesegeräte suchen, Filialen informieren usw.
- Durchführung: Administration aufbauen, Mitarbeiter schulen, Lesegeräte installieren, Öffentlichkeit informieren, Geräte in Betrieb nehmen usw.

Folie 4
PEAK (K= Kontrollieren I)

- Kontrolle: Zweck: Anpassung, falls gewünschte Ergebnisse nicht erreicht
- Selbst- oder Fremdkontrolle
- Vergleich zwischen angestrebtem und erreichtem Resultat.
- Möglichkeiten der Kontrolle /Vergleiches :
1. Mitarbeiterbezogene Kontrolle
2. Branchenorientierte Kontrolle
3. Vergangenheitsorientierte Kontrolle
4. Benchmarking

Folie 5
PEAK (K = Kontrollieren II)

Kontrolliert werden müssen:
1. Ziele (Zielkontrolle)
2. Massnahmen (Massnahmenkontrolle)
3. Mittel (Mittelkontrolle)
4. Verfahren (Verfahrenskontrolle)
5. Ergebnis (Ergebnisse in quantitativer/ qualitativer/ zeitlicher Hinsicht)
6. Verhalten (Verhaltenskontrolle)
7. Führung (Führungskontrolle)
8. Kontrolle der Führungsinstrumente

Folie 6
PEAK (K= Kontrollieren III)

Bsp. „Denner“
- Zielkontrolle: War das Ziel, innerhalb eines Jahres alle Filialen mit Lesegeräten auszustatten auch realistisch oder zu hoch gesteckt?
- Massnahmenkontrolle: Genügte z.B. die Schulung der Mitarbeiter zur Erreichung des gesteckten Zieles?
- Mittelkontrolle: Wurde die geplanten Kosten eingehalten oder nicht?

Folie 7
PEAK (K= Kontrolle IV)

- Verfahrenskontrolle: Funktioniert z.B. die Administration für Kreditkartenbezahlung so wie sie sollte?
- Ergebniskontrolle:
1. Quantitativ: Steht z.B. der Mehrumsatz in einem gescheiten Verhältnis zu den Kosten?
2. Qualitativ: Ist z.B. der Kunde mit dem Ablauf der Kreditkartenzahlung zufrieden?
- Zeitlich: Wurde der Fahrplan zur Erreichung des Zieles eingehalten?

Folie 8
PEAK (K= Kontrolle V)

- Verhaltenskontrolle = Haben z.B. Kassier/innen die Kreditkartenbezahlungen korrekt abgerechnet ?
- Führungskontrolle: War z.B. der/die richtige Mann/Frau für das Projekt zuständig oder nicht?
- Führungsinstrumente: War das Datenmaterial zum Entscheid (z.B. Budgetpläne) ausreichend und/oder für den Entscheid geeignet oder nicht?

BK28 (Unternehmensleitung/- organisation 1)

Folie 1
Unternehmensführung/ Unternehmensorganisation

- Unternehmensstrategie
- Leitbild
- Führung allgemein

Folie 2
Einführung

- Organisation und Führung als sachliche Voraussetzung für den Erfolg einer Unternehmung
- Kaufmännisches Unternehmen muss so organisiert sein, dass es Gewinn abwirft und ein gutes Image hat
- Zu Beginn sehr wichtig: Festlegen der Unternehmensstrategie (Grundstrategie)

Folie 3
Unternehmensstrategie I

- Unternehmung muss sich im Markt positionieren, muss sich Ziele setzen.
- Mittel dazu: Unternehmensstrategie
- Zwei Erscheinungsformen:
1. Unternehmensstrategie als absolut internes, geheimes Managementdokument
2. Leitbild einer Unternehmung (auch für die Öffentlichkeit bestimmt)

Folie 4
Unternehmensstrategie II

- Wodurch wird die Unternehmensstrategie beeinflusst?
1. Umwelt/ Gesetze/ Staat
2. Konsumenten/ Produzenten
3. Gläubiger/ Kreditgeber
4. Konkurrenz
5. Mitarbeiter
6. Konjunktur
7. Eigentümer usw.

Folie 5
Unternehmensstrategie III

Inhalte der Unternehmensstrategie:
- Formulierung der konkreten mittel- bis langfristigen Ziele (3 - 5 Jahre)
- Konkrete Zahlenangaben (z.B. Wachstumsziele/ Renditeerwartungen/ Marktanteile usw.)
- Konkrete Angaben zu einzelnen Einflussfaktoren (z.B. Angaben zu Lieferanten/ Mitarbeiter und dgl.)

Folie 6
Unternehmensleitbild I

- Unternehmensleitbild = Allgemein gehaltene Zusammenfassung der Philosophie und Ziele einer Unternehmung
Grundsätzliche Äusserungen zu Themen wie z.B. Prestige/ Marktanteil/ Wachstum usw.
- Sowohl für die Mitarbeiter als auch für die Öffentlichkeit bestimmt (Teil der PR)
- Alle Teilbereiche der Unternehmung sollen auf eine gemeinsame, aufeinander abgestimmte Politik ausgerichtet werden. (Schaffung einer „Coporate Identity“)

Folie 7
Unternehmensleitbild II

- Leitbild richtet sich gegen innen und aussen
- Im Leitbild festgehalten sind:
1. Unternehmungsgrundsätze: Welches Verhältnis pflegt die Unternehmung zur Umwelt? (z.B. Kunden/ Lieferanten/ Staat usw.): Ausrichtung nach aussen
2. Führungsgrundsätze:Nach welchen Grundsätzen führt die Unternehmung ihre Mitarbeiter?: Ausrichtung gegen innen

Folie 8
Unternehmensleitbild III

Warum ein Leitbild?
- Mitarbeiter können ihre Arbeit an den Zielen und Haltungen aus dem Leitbild ausrichten (Mitarbeiter werden auf die Unternehmung „eingeschworen“.)
- Mitarbeiter werden motiviert
- Kontinuität in der Geschäftspolitik
- Information der Öffentlichkeit (PR)
- usw.

Folie 9
Führung (allgemein)

- Führung = „Gesamtheit der Prozesse und Instrumente, welche im Rahmen der Problemlösung der Willensbildung und der Willensdurchsetzung dient.“
- Führung in allen Bereichen des Lebens, wie z.B. Arbeitsplatz, Schule, Familie usw.
- Wer führt ist „Befehlsgeber“, wer geführt wird ist „Befehlsempfänger“
- Jeder der führt, beeinflusst andere zum Erreichen von gemeinsamen Zielen.

Folie 10
Führung (Ziele)

Ziele der Führung sind:
- Einsatz der Produktionsfaktoren nach dem ökonomischen Prinzip
- Wahrnehmen der sog. Leitungsaufgaben (Führungskompetenzen) im Sinne der Unternehmung
- Detailhandel: Optimale Kombination von Warenbeschaffung/ Warenlagerung/ Warenverteilung

Folie 11
Führung (allgemeiner Ablauf)

Führung nach der PEAK- Methode:
- Planen und Entscheiden = Willensbildung
- Anordnen und Kontrollieren = Willensdurchsetzung

Folie 12
Führung (P = Planen I)

Ablauf der Planung:
- Ausgangslage erfassen
- Mögliche Ziele formulieren
- Massnahmen ausarbeiten
- Vorbereiten des Mitteleinsatzes
- Ausarbeiten einer Prognose
- Prognose bewerten

Folie 13
Führung (P = Planen II)

Bsp Teil 1.: „Denner“ plant Kreditkarten zu akzeptieren.
- Ausgangslage: „Denner“ erkennt, dass die Kundschaft auch mit Kreditkarten zahlen möchte.
- Ziel: Bis in einem Jahr soll die Kundschaft in jeder Filiale mit Kreditkarten zahlen können.
- Massnahmen: Es müssen Geräte installiert werden/ Schulung des Personals usw.

Folie 14
Führung (P = Planen III)

Bsp. Teil 2:
- Vorbereitung des Mitteleinsatzes: z.B. erste Kalkulationen zu den Kosten der Installation der Lesegeräte usw.
- Prognose: Ein Teil der Kundschaft wird das Angebot begrüssen, evtl. werden neue Kunden dazu gewonnen
- Bewertung: Wie ist die Prognose aus 5. zu bewerten, sollte das Projekt weiterverfolgt werden? Es geht ans Entscheiden

Folie 15
Führung (E = Entscheiden I)

Ablauf
- Bestimmen der Entscheidungsträger
- Entscheidungsprozess: Wird das Geplante umgesetzt oder nicht?
- Hilfsmittel im Entscheidungsprozess: sog. Entscheidungsinstrumente (z.B. aus Buchhaltung/ Statistiken/ Marktforschung usw.)

Folie 16
Führung (E = Entscheiden II)

Bsp. „Denner“
- Entscheidungsträger: Je nach Organisation bei „Denner“ (z.B. Chef Ladenausstattung)
- Entscheidungsprozess: Lohnt sich das Akzeptieren von Kreditkarten auch wirklich?
- Entscheidungsinstrumente: z.B. zu erwartende Kosten/ Budgetvorgaben/ möglicher Mehrumsatz usw.: Entscheid positiv: Anordnen

HR35 (SchkG 1)

Folie 1
Schuldbetreibung und Konkurs

- Einleitung
- Die Grundlagen des SchKG

Folie 2
Einleitung

1. Ausgangslage: Ein Schuldner kommt einer finanziellen Verpflichtung nicht nach, bezahlt z.B. eine Rechnung nicht.
Frage für den Gläubiger: Wie komme ich an mein Geld?
2. Lösung: Betreibung oder Konkurs des Schuldners, d.h. der Gläubiger lässt sein Geld zwangsweise vom Staat eintreiben  sog. Zwangsvollstreckung
3. Gesetzliche Grundlage dazu: SchKG = Bundesgesetz über Schuldbetreibungs- und Konkurs (Teil des öffentlichen Rechts)

Folie 3
Betreibungsfähigkeit/ Organisation

1. Betreibungsfähigkeit sind:
- Natürliche und juristische handlungsfähige Personen
- Teilweise auch beschränkt handlungsunfähige Personen (z.B. Lehrlinge)
2. Organisation:
- Kantone für Einteilung von Betreibungs- und Konkurskreisen verantwortlich
- Aufsicht und Rechtssprechung durch Kantone und Bund (inkl. Bundesgericht)

Folie 4
Arten der Betreibung

Betrieben werden kann auf
- Pfändung
- Konkurs
- Pfandverwertung

Folie 5
Betreibung auf Pfändung

- Gewöhnliche Betreibungsart
- Für Schuldner, die nicht im Handelsregister eingetragen sind, d.h. Privatpersonen
- Immer bei: Steuerschulden, Abgaben, Bussen, AHV- Beiträgen und dgl. (auch bei HR- Eintrag!)
- Sog. Einzelexekution = Berücksichtigt werden nur Gläubiger, die betreiben.
Beschlagnahmt wird nur so viel Vermögen, wie für die Deckung der betriebenen Forderungen in etwa notwendig ist.

Folie 6
Betreibung auf Konkurs

- Für alle Schuldner, die im Handelsregister eingetragen sind (z.B. AG/ GmbH)
- Sog. Generalexekution = Der Schuldner wird wirtschaftlich liquidiert/
Mit Konkurseröffnung werden alle Schulden fällig, egal, ob Betreibung eingeleitet wurde oder nicht
Das gesamte Vermögen des Schuldners wird zur Konkursmasse und es werden alle Gläubiger befriedigt, d.h. der Schuldner wird wirtschaftlich vernichtet

Folie 7
Betreibung auf Pfandverwertung/ Ort
1. Betreibung auf Pfandverwertung = Gläubiger verlangt vom Betreibungsamt die Erlaubnis, das Pfand, das ihm der Schuldner gestellt hat verwerten zu können (Grund- oder Faustpfand).
2. Betreibungsort:
- Natürliche Personen = Wohnsitz
- Juristische Personen/ Gesellschaften = Ort des Hautsitzes
- Grundpfandgesicherte Forderungen = Ort der gelegenen Sache
- Faustpfandgesicherte Forderungen = Wohn- oder Hauptsitz des Schuldners oder Ort des Faustpfandes

Folie 8
Schonzeiten

Betreibungshandlungen sind verboten:
- Werktags vor 07:00 bzw. nach 20:00
- An Sonntagen und staatlich anerkannten Feiertagen
- Während den Betreibungsferien
- Bei gewährtem Rechtsstillstand (z.B. während einer schweren Erkrankung des Schuldners)
- Bei gewährter Nachlasstundung

Folie 9
Fristen

Grundsätze bezüglich Fristen:
- Fristen laufen ab der Übergabe einer Betreibungsurkunde (Übergabetag wird nicht gezählt)
- Fristablauf am letzten Tag um 00:00 (Poststempel massgeblich)
- Letzter Tag der Frist = Samstag/ Sonntag/ Feiertag: Fristablauf am nächsten Werktag
- Betreibungsferien und Rechtsstillstand hemmen Fristablauf nicht !

Folie 10
Formulare/ Kosten

1. Formulare:
- Betreibungsurkunden am Wohnsitz oder Arbeitsplatz des Schuldners zuzustellen
- Zustellung via Post oder Betreibungsbeamte, evtl. sogar via Polizei oder Publikation im Amtsblatt
2. Kosten einer Betreibung:
- Grundsätzlich vom Schuldner zu begleichen
- Gläubiger muss Kosten vorschiessen, d.h. geht das Risiko ein, am Schluss darauf sitzen zu bleiben (!)

HR34 (Unternehmen und die Konkurrenz 2)

Folie 1
Das Unternehmen und die Konkurrenz

- Kartell
- Syndikat
- Konzern
- Trust

Folie 2
Formen der Zusammenarbeit

Zusammenarbeit/ -schluss
1. vertraglich:
- Kartell
- Syndikat
2. finanziell:
- Konzern
- Trust

Folie 3
Kartell I

- Kartell = Absprachen von rechtlich selbstständigen Unternehmen der gleichen Branche, um den gegenseitigen Konkurrenzkampf in bestimmten Punkten zu eliminieren (z.B. beim Preis).
- Möglichkeiten der Absprache: Verträge, Richtlinien, Empfehlungen
- Beteiligte Unternehmungen bleiben finanziell und rechtlich unabhängig
- Kartelle heute in den meisten Industriestaaten inkl. Schweiz verboten

Folie 4
Kartelle II

Unterschieden werden:
- Preiskartelle
- Konditionenkartelle
- Gebiets- und Kundenkartelle
- Produktionskartelle
- Kalkulationskartelle

Folie 5
Kartelle III/ Syndikat

1. Beispiele von Kartellen:
- „OPEC“
- In der CH jahrelang sog. Bierkartell
2. Möglichkeiten des Kartells die Mitglieder zu kontrollieren:
- Lieferboykotte
- Konventionalstrafen, usw.
3. Syndikat = Kartell höherer Ordnung/ Unterhält zentrale Geschäftsstelle, die Mitgliedern klare Verkaufsmengen zuteilt  Grössere wirtschaftliche Abhängigkeit der Mitglieder als beim Kartell

Folie 6
Konzern I

- Konzern = Gruppe von Unternehmen, die kapitalmässig miteinander verbunden sind und unter einheitlicher Leitung und Geschäftspolitik stehen.
- Unternehmen geben wirtschaftliche und finanzielle Unabhängigkeit auf, bleiben rechtlich aber selbstständig.
- Zusammenschluss durch finanzielle Beteiligung bis hin zur vollständigen Übernahme einer Gesellschaft durch eine andere
Gesellschaft

Folie 7
Konzern II

1. Konzern als Möglichkeit der horizontalen oder vertikalen Kooperation
2. Möglichkeiten der Architektur eines Konzerns:
- Muttergesellschaft/ Tochtergesellschaft
- Holdinggesellschaft

Folie 8
Konzern III

Muttergesellschaft/ Tochtergesellschaft:
- Muttergesellschaft beteiligt sich finanziell an Tochtergesellschaft(en)
- Muttergesellschaft ist für Verwaltung und Führung zuständig, arbeitet aber selber noch im angestammten Gebiet (z.B. Verkauf)
- Stammhaus erfüllt damit Doppelfunktion
- Auch Misch- Holding genannt
- Bsp.: „UBS AG“

Folie 9
Konzern IV

Holding:
- Dachgesellschaft (= Holding) beteiligt sich an anderen Unternehmen, übt selber aber keine eigene Betriebstätigkeit aus
- Einzige Aufgaben der Holding: Führung und Verwaltung der Beteiligungen
- Bsp.: „Valora Holding“
- Vorteile der Holding:
+ Klarer Aufbau (Meist Spartenorganisation mit Profit Centern)
+ Steuerliche Vorteile

Folie 10
Konzern V / Trust

- Ziel von Konzernen: Festigung der Marktstellung
- Ziel kann auch in der eigentlichen Marktbeherrschung bestehen: Trust (in CH weitestgehend unbekannt)
- Möglichkeiten der Konzernbildung:
1. Übernahme der Aktienmehrheit eines anderen Unternehmens
2. Fusion, d.h. zwei oder mehrere Unternehmen verschmelzen zu einer neuen Unternehmung (Bsp. „Novartis“)

HR33 (Unternehmen und die Konkurrenz 1)

Folie 1
Die Unternehmung und die Konkurrenz

- UWG
- Unternehmenszusammenschlüsse
- Kartellgesetz I

Folie 2
Allgemein

1. Ausgangslage: Ein Unternehmen muss sich gegen die Konkurrenz im Wettbewerb behaupten.
2. Möglichkeiten:
- Es behaupten sich alle fair und anständig: unrealistisch
- Unternehmen versuchen sich durch unfaires Verhalten gegenüber anderen zu behaupten: UWG als Lösung
- Unternehmen tun sich zusammen und versuchen zusammen den Wettbewerb abzumildern oder zu eliminieren: Kartellgesetz als Lösung

Folie 3
UWG I

- UWG = Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb
- Ziel des UWGs: Bewahrung von Anstand, Lauterkeit und Fairness im gegenseitigen Konkurrenzkampf sowohl zwischen den Konkurrenten als auch gegenüber den Konsumenten
- Unlauteres Verhalten = Benachteiligung der Konkurrenz und/ oder Konsumenten durch unfaires Verhalten, unwahre Angaben und dgl.

Folie 4
UWG II

Einzelne Tatbestände des UWGs I:
- Unwahre, irreführende oder verletzende Äusserungen über Konkurrenten bzw. deren Produkte („Anschwärzen“)
- Unwahre, irreführend Angaben über sich selbst bzw. eigene Produkte
- Täuschende Machenschaften, die zu Verwechslungen führen können

Folie 5
UWG III

Einzelne Tatbestände des UWGs II:
- Vergleichende Werbung, sofern sie irreführend ist und den Konkurrenten herabwürdigt
- Lockvogelangebote
- Aggressive Verkaufsmethoden
- Abwerben von Kundschaft
- Verwendung von missbräuchlichen „AGBs“ (Papiertiger!)

Folie 6
UWG IV

1. Wer geschädigt wird ist klageberechtigt (Frist: 1 Jahr)
2. Mögliche Ansprüche:
- Beseitigung des rechtswidrigen Zustandes
- Verbot einer drohenden Verletzung
- Feststellung der Widerrechtlichkeit
- Schadensersatz/ Genugtuung
- Publikation des Urteiles
- Antrag auf Bestrafung mit Busse oder Gefängnis (Nur in schweren Fällen)

Folie 7
Zusammenschlüsse von Unternehmen (allgemein)

- Ausgangslage: Immer härter werdender nationaler und internationaler Konkurrenzkampf (In der aktuellen Globalisierung sowieso)
- Folge: Viele Unternehmen sind in ihrer Existenz bedroht
- Lösung: Zusammenarbeit der Unternehmen in Form von vertraglichen Absprachen oder Zusammenschlüssen

Folie 8
Zusammenschlüsse von Unternehmungen (Gründe)

- Gründe können sein:
1. Sicherung der Existenz
2. Festigung der Marktstellung und Stärkung des Kerngeschäftes
3. Kosteneinsparungen durch Synergieeffekte
4. Wachsender Kapitalbedarf
5. Risikoausgleich durch Diversifikation

Folie 9
Zusammenschlüsse von Unternehmen (Folgen)

- Negative Folge der Unternehmenszusammenschlüsse: Gefahr des Missbrauches der wirtschaftlichen Macht (z.B. durch Hochhalten der Preise)
- Reaktion der Politik: Verbot von sog. Kartellen (sog. Verbotsprinzip), d.h. Absprachen in den meisten Industrieländern inkl. der Schweiz / Bewilligungspflicht für Unternehmenszusammenschlüsse

Folie 10
Kartellgesetz in der Schweiz

- Verbot von Absprachen bezüglich Preisen, Absatzmärkte, Produktionsmengen zwecks Wettbewerbsbeschränkungen
- Verbotsprinzip mit Ausnahmen = Können Unternehmen beweisen, dass Absprachen unschädlich für den Wettbewerb sind, sind sie zulässig (Aber: Beweis sehr schwierig)
- Dazu: Meldepflicht bei Grossfusionen an die Wettbewerbskommission (= „Weko“)
„Weko“ kann Grossfusion verbieten oder mit Auflagen versehen

Aktuelles Beispiel aus dem schweizerischen DH: Übernahme von Denner durch Migros wird von der Weko im Lichte des Kartellgesetzes geprüft bzw. die Weko könnte diesen Zusammenschluss im Extremfall verbieten....